Blick hinter die Kulissen

Qualifikation zur Pkw-Trainerin im Fahrzentrum

Stefanie Ruppe
06. Juni 2022  |   Lesezeit: 6 Min.
Janett Jüttner ist eine der Neuen im FSZ. Seit kurzem erst leitet die Brandenburgerin selbständig Pkw-Trainings - und lernt jedes Mal selbst noch etwas dazu. "Man wächst immer weiter. So langsam entwickelt sich zwar eine Art Routine, aber kein Training ist wie das andere."
Janett-Juettner-Pkw-Trainerin

"Wie viele Teilnehmer:innen sind dabei? Wie setzt sich die Gruppe zusammen? Welche Autos werden gefahren? Wie sind die Abläufe, wer kommt wann auf mein Modul und wie viel Zeit habe ich? Wie bleibe ich auch mit Teilnehmenden, die etwas mehr Zeit brauchen, gelassen? Das ist eine echte Herausforderung, zugleich aber wahnsinnig spannend und bringt einen auch persönlich voran“, berichtet Janett Jüttner, die hauptberuflich im Bereich der kindlichen Frühförderung tätig und nicht nur beruflich gerne und viel mit dem Auto unterwegs ist.

„Das Thema Auto hat mich schon immer interessiert. Dass ich in diesem Leben wohl keine Kfz-Mechanikerin mehr werde, das war klar. Trotzdem habe ich mich gefragt, was ich noch machen kann, um dieses Interesse auszuleben“, berichtet die Brandenburgerin. Mit der Qualifizierung zur freiberuflichen Fahrtrainerin hat sie einen perfekten Weg gefunden. Ihr erstes Training in Linthe absolvierte sie 2017 – zunächst als interessierte Teilnehmerin. „Ich war von der Anlage und dem Ablauf sofort begeistert und habe das Ganze dann als Fortbildungsmaßnahme in meinem Unternehmen angeregt. Als ich meinen zweiten Trainingstag hier verbrachte, habe ich bereits darüber nachgedacht, wie ich mich auf dem Gelände einsperren lassen kann“, erinnert sich Janett Jüttner lachend.

Nicht nur hinter dem Steuer haben die Trainings im FSZ nachgewirkt. Zunehmend wuchs in Janett Jüttner auch das Interesse, sich selbst über die Möglichkeiten einer Trainerinlaufbahn zu informieren. „Zuerst dachte ich, dafür muss ich Fahrlehrerin oder Polizistin sein. Aber ich habe dann online eine Checkliste mit zwölf Voraussetzungen gefunden – von denen ich zehn auf Anhieb erfüllen konnte, das hat mir natürlich Mut gemacht.“ Janett Jüttner kontaktierte das Fahrzentrum und wurde direkt vom Betriebsleiter nach Linthe zu einem Gespräch eingeladen. Nachdem alle Rahmenbedingungen geklärt waren, schloss sich im Sommer 2020, mitten im Lockdown, die theoretische Wissensvermittlung an. „Wir haben beim Urschleim angefangen. Gerade in Sachen Didaktik. Was ist eigentlich die Aufgabe einer Lehrkraft und wie kann man mit bestimmten Situationen strategisch umgehen. Das war eine absolute Bereicherung“, so die Brandenburgerin.

Zusammen mit einer Corona-bedingt kleinen Gruppe von nur drei Traineranwärter:innen – davon zwei Frauen sowie der Betriebsleiter persönlich – durchlief Janett Jüttner in den kommenden Monaten erfolgreich die Qualifizierung in Theorie und Praxis. „Das Ganze war von Anfang an einfach wahnsinnig toll strukturiert. Wir hatten volle Tage und es gab nie ein Larifari, sondern alles hatte Hand und Fuß. Dafür kann ich mich nur bedanken. In erster Linie bei unseren Qualifikationstrainern Uwe Strobel und Frank Burdach. Sie sind bis heute jederzeit für uns ansprechbar und haben uns von Anfang an fundiert aber auch herzlich und ganz individuell betreut.“ Vor allem die Hospitation der ersten Trainings im Frühjahr 2021 war für Janett Jüttner eine besondere Herausforderung. „Meine Kollegin hat sich relativ schnell zugetraut, ganze Trainings zu übernehmen. Ich bin vom Typ her jemand, die das lieber Schritt für Schritt angeht. Die Trainer merkten das gleich und haben mir in Phasen, wo ich zum Teil etwas überfordert war, Mut und Selbstbewusstsein vermittelt und mich bestmöglich unterstützt.“

Nach und nach leitete Janett Jüttner schließlich einzelne Module und Trainingsinhalte selbstständig. „Die Qualifikationstrainer waren dabei stets irgendwo in der Nähe, haben alles beobachtet und uns trotzdem auch Fehler machen lassen. Das war total wichtig, denn nur so kann man aus diesen Fehlern lernen. Der erste Trainingstag komplett ohne Beobachtung war dann plötzlich gar nicht mehr so dramatisch“, berichtet die frisch gebackene Fahrtrainerin, die ihre Qualifikation parallel zum eigenen 40-Stunden-Job an den Wochenenden, im Urlaub und ihrer Freizeit absolviert hat. Neben der Bereitschaft, diese Zeit zu investieren, gibt es in ihren Augen weitere wichtige Voraussetzungen: „Fahren ist immer auch Psychologie. Emphatisch sollte man also schon sein und die Leidenschaft mitbringen, mit Menschen zu arbeiten. Auch eine gewisse Portion Humor schadet nicht. Gerade als Frau kann man so mit der einen oder anderen Spitze viel besser umgehen und die souverän weg-lächeln.“ Ihre Entscheidung, Fahrtrainerin zu werden, war für Janett Jüttner in jeder Hinsicht eine echte Bereicherung. Nicht nur, was das Wissen und die Begeisterung fürs Autofahren angeht. „Ich bin auch in der „Linthe-Familie“ so herzlich aufgenommen worden. Wir sind eine tolle Truppe und ich bin dankbar, dazuzugehören.“

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