Blick hinter die Kulissen

Nachhaltigkeit im Trainingsbetrieb

Stefanie Ruppe
06. September 2021  |   Lesezeit: 5 Min.
Egal ob in privaten Haushalten, klein- und mittelständischen Unternehmen oder Großkonzernen - Nachhaltigkeit hat eine große Priorität in den täglichen Prozessen. Auch das ADAC Fahrsicherheitszentrum evaluiert in regelmäßigen Abständen Prozesse und Abläufe für eine stetige Optimierung von Ressourcennutzungen.

Dabei steht insbesondere die Umsetzung der Trainings im Fokus, da hierbei einige Ressourcen genutzt werden.

Nachhaltigkeit ist seit langem ein Thema im Fahrsicherheitszentrum

Generell gilt natürlich fast immer: Je effizienter man ist, desto besser ist das für die Unternehmung im Hinblick auf die Kostenersparnis. Und da gibt es klarerweise viele Überschneidungen zur Nachhaltigkeit! Vor gut elf Jahren ist das Thema bei uns im großen Maßstab angekommen, dabei ging es zunächst ums Stromsparen. Wir haben damals Fördermaßnahmen beantragt und einen Großteil unserer Lampen durch LEDs ausgetauscht. Im nächsten Schritt haben wir in Zusammenarbeit mit Experten unsere Wärmedämmung und den Energieverbrauch geprüft und geschaut, welche Maßnahmen wir am Gebäude ergreifen können. Dabei ging es neben der Nachhaltigkeit im Sinne von Kostenersparnis auch um Umweltschutz. Über diese Maßnahmen hinaus wurde zudem die Effizienz von Maschinen und Pumpen optimiert.

Auf den einzelnen Modulen wird täglich viel Wasser verbraucht, etwa zur Simulation von regennassen Fahrbahnen oder für den Wasserfall im Off-Road-Gelände

Viele Besucher bzw. Teilnehmer denken, wir würden auf unserer Anlage täglich Frischwasser für die Fahrtrainings verschwenden. Aber das Gegenteil ist der Fall: Alle unsere Wasseranlagen werden ausschließlich aus Regenwasser gespeist und kommen nahezu ohne externe Wasserquellen aus. Für den internen Kreislauf sammeln wir das Regenwasser, filtern und reinigen es. Danach kommt es auf der Anlage zum Einsatz und wir sammeln es gleich danach wieder ein. Nur ein kleiner Teil geht verloren durch Verschleppung, Verdampfung etc. Die dazu notwenige Technik, die für diesen Wasserkreislauf notwendig ist - Wasserzisternen, Sprinkler, Hydraulikanlagen - die sieht man gar nicht, da alles unterirdisch liegt. Insgesamt fassen die Zisternen unter der Anlage etwa 120.000 Liter Wasser. Mit Frischwasser zu arbeiten, wäre weder wirtschaftlich noch für die Umwelt tragbar.

Auch E-Mobilität spielt bei uns für die Nachhaltigkeit eine große Rolle

Die E-Mobilität ist zukunftsorientiert. Wir haben uns schon vor einigen Jahren angeschaut, wie der Markt von morgen aussehen könnte. Dank einer ILB-Förderung konnten wir bereits im Oktober 2018 vier öffentlich zugängliche Ladepunkte in Betrieb nehmen. Drei herkömmliche Ladepunkte mit bis zu 22 kW und einen 50-kW-Schnelllader. Sowohl die Teilnehmer unserer Fahrsicherheitstrainings als auch externe Fahrer können hier mit ihrem Elektrofahrzeug andocken. An der Autobahn A9 sind wir dafür natürlich super gelegen und parallel zum Ladevorgang kann man hier in Ruhe einen Kaffee trinken. 

Aufgeladen wird mit Ökostrom, denn seit 2018 wir unsere gesamte Anlage zu 100 % mit Ökostrom betrieben. Das war uns - auch unabhängig von den E-Ladesäulen - ein wichtiges Anliegen.

Die Nutzung von Eigenstrom durch Sonnenkraft läuft nun seit 2020

Wir spielten schon seit Jahren mit dem Gedanken, unseren Strom selbst zu erzeugen. So haben wir beispielsweise das Thema Windräder geprüft, aber unter anderem an den strengen Auflagen, der Effizienz der Windausbeute und an den technischen Anforderungen an Höhe und Position der Windräder gescheitert. Deshalb haben wir uns auf die Anschaffung einer Photovoltaikanlage konzentriert. Nach der statischen Prüfung unseres Gebäudes wurde in 2020 die Anlage auf dem Dach des Hauptgebäudes platziert. Seit dem versorgen wir uns mit bis zu 20 % mit Eigenstrom durch Sonnenkraft.

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