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Tipps und gute Ratschläge

Sicher durch den Sommer: Mit der richtigen Sonnenbrille im Auto und auf dem Bike

Stefanie Ruppe
13. August 2025  |   Lesezeit: 8 Min.
Sommerzeit. Die tief stehende Sonne zieht scharfe Schatten über die Fahrbahn und zwingt Sie, hektisch an der Sonnenblende zu rütteln. – Das ist kein schöner Gedanke. Mit der richtigen Sonnenbrille hingegen atmen Sie entspannt durch und erkennen Konturen und Hindernisse schon in der Ferne. Ob im Pkw oder auf dem Motorrad – eine Sonnenbrille schützt nicht nur vor schädlichen UV Strahlen, sondern sorgt gleichzeitig für ungetrübte Sicht. Sind Sie bereit für sicheren Fahrspaß bei jedem Sonnenstand? Dann erfahren Sie jetzt alles, was Sie rund um Sonnenbrillen beim Fahren wissen sollten.
sonnenbrille im auto

Welche Sonnenbrille ist fürs Fahren geeignet?

Nicht jede Sonnenbrille ist automatisch auch für den Straßenverkehr gemacht. Entscheidend ist ein klarer, unverfälschter Blick – ganz ohne irritierende Reflexionen. Achten Sie deshalb auf entspiegelte Gläser, die Blendungen von Armaturenbrett oder Straße zuverlässig reduzieren. Ein 100 %iger UV-Schutz (idealerweise mit UV 400-Kennzeichnung) sollte selbstverständlich sein. Große Gläser schützen zusätzlich vor seitlich einfallendem Licht – gerade auf dem Motorrad ein echtes Plus.

Wichtig: Die Sonnenbrille darf nicht verrutschen, auch nicht bei schnellen Kopfbewegungen oder beim Schulterblick.

Kann eine Sonnenbrille auch zu dunkel sein?

Ja, und genau hier wird es heikel. Sonnenbrillen mit der Blendschutzkategorie 4 sind zwar ideal für Gletscherwanderungen, im Straßenverkehr jedoch verboten. Sie lassen weniger als 8 % des Lichts durch – und gefährden damit Ihre Sicht und Reaktionszeit. Erkennen lässt sich die Kategorie meist an einer kleinen Markierung auf dem Brillenbügel oder im Etui, z.B. steht 3N für eine Blendschutzkategorie 3 (also geeignet zum Fahren) mit normalen, also nicht polarisierten Gläsern.

Wird man mit einer zu stark abdunkelnden Brille am Steuer erwischt, droht ein Verwarnungsgeld von rund 25 €. Kommt es zu einem Unfall, kann die Brille als Mitursache gelten – mit teils drastischen Folgen für Ihre Versicherungsansprüche.

Polarisierende Gläser: Was bringen sie?

Polarisierende Sonnenbrillen sind kleine Technikwunder: Sie filtern gezielt Lichtreflexionen – etwa von nasser Straße, glänzendem Asphalt oder Wasserpfützen. Das sorgt für ruhigere Sicht, stärkere Kontraste und weniger Augenbelastung – ein echter Vorteil bei langen Fahrten oder tiefstehender Sonne.

Aber: Nicht alles sieht damit besser aus. Manche LCD-Displays (z. B. Navi oder Head-up-Display) lassen sich schwerer ablesen. Auch bestimmte Autoscheiben mit Tönung oder Beschichtung können durch die Brille fleckig oder regenbogenartig wirken. Das irritiert – vor allem bei Blicken in Seitenspiegel oder durch das eigene Seitenfenster.

Ob polarisierte Gläser als angenehm oder eher störend empfunden werden, ist letztlich Geschmackssache. Unser Tipp: Am besten lässt es sich bei einer Probefahrt herausfinden.

Ausnahmen: Wann sind Sonnenbrillen tabu?

Auch die beste Sonnenbrille hat ihre Grenzen. In Tunneln, Unterführungen oder bei plötzlicher Dunkelheit kann sie zur Gefahr werden und sollte im Auto abgenommen werden. Dort geht das buchstäblich im Handumdrehen, nicht aber auf dem Motorrad.

Deshalb gilt für Motorradfahrer: Am besten von vornherein vorsorgen. Ideal sind helle, leicht getönte Gläser (Kategorie 1–2), die auch bei wechselnden Lichtverhältnissen ausreichend Sicht bieten.

Noch praktischer sind photochrome Gläser oder Visiere, die sich automatisch abdunkeln bzw. aufhellen – allerdings funktionieren sie nicht immer zuverlässig bei kurzen Tunneln oder bei starker Hitze.

Alternativ kann man auf Helme mit integrierter Sonnenblende setzen, die sich mit nur einem Handgriff nach oben klappen lässt: schnell, sicher und ohne Absteigen.

Sonnenblende: Alternative oder Ergänzung?

Die Sonnenblende im Auto ist ein praktischer Helfer, wenn die Sonne direkt von vorn kommt. Doch sobald das Licht seitlich einfällt oder tiefstehend über die Dächer blitzt, stößt sie schnell an ihre Grenzen. Die ideale Lösung: Sonnenblende und Sonnenbrille als Team. Während die Blende punktuell abschirmt, sorgt die Brille für durchgehende Entlastung – ohne ständig nachjustieren zu müssen.

Aufbewahrung: Wo ist der ideale Platz für die Sonnenbrille im Auto?

Schnell griffbereit und trotzdem geschützt – das ist das Ziel. Am besten bewahren Sie Ihre Sonnenbrille in einem stabilen Etui in der Mittelkonsole oder einem speziellen Brillenfach auf.

Wichtig: Die Brille sollte nicht auf dem Armaturenbrett liegen. Dort kann sie sich stark erhitzen, beschädigt werden oder bei einer Vollbremsung gefährlich durch den Innenraum fliegen.

Weitere Profi-Tipps für klare Sicht

Nicht nur die Sonnenbrille entscheidet über gute Sicht. Wer bei strahlendem Wetter sicher fahren will, sollte regelmäßig für klare Verhältnisse sorgen:

  • Frontscheibe regelmäßig reinigen: am besten bei jedem Tankstopp kurz mit einem Mikrofasertuch.
  • Helmvisier putzen: Insektenreste und Staub lassen sich mit lauwarmem Wasser und einem weichen Tuch schonend entfernen.
  • Scheibenwischer kontrollieren: Streifenbildung ist gerade bei tiefstehender Sonne besonders störend.
  • Waschflüssigkeit auffüllen – idealerweise mit Zusatz gegen Schmutz und Insekten.

Fazit

Ob im Auto oder auf dem Motorrad – eine gut gewählte Sonnenbrille ist weit mehr als nur ein modisches Accessoire. Sie schützt Ihre Augen, sorgt für eine bessere Konzentration und ermöglicht einen klaren Blick auf das, was wirklich zählt: die Straße.

Achten Sie auf entspiegelte Gläser, die richtige Tönung und einen sicheren Sitz. Meiden Sie zu dunkle Modelle (Kategorie 4) und testen Sie bei polarisierenden Gläsern vorab, ob sie zu Ihren Fahrgewohnheiten passen. Denken Sie außerdem an saubere Scheiben bzw. klare Visiere und die richtige Aufbewahrung im Fahrzeug. So behalten Sie auch bei grellem Sonnenschein einen kühlen Kopf – und kommen sicher ans Ziel.

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Fahrt, klare Sicht und einen Sommer voller schöner Momente.

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