Reifenwechsel im April: Diese 5 Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden

Warum der Reifenwechsel im April besondere Aufmerksamkeit verlangt
Der April ist ein typischer Übergangsmonat: Tagsüber steigen die Temperaturen oft spürbar, nachts und am frühen Morgen kann es aber noch empfindlich kühl sein. Dazu kommen wechselhaftes Wetter, nasse Fahrbahnen und in manchen Regionen sogar späte Kälteeinbrüche. Wer jetzt von Winter- auf Sommerreifen wechselt, sollte sich deshalb nicht allein am Kalender orientieren, sondern die tatsächlichen Bedingungen im Blick behalten.
Gerade weil der Reifenwechsel für viele Autofahrer zur festen Frühjahrsroutine gehört, wird er schnell zur Nebensache. Doch genau darin liegt das Risiko. Reifen beeinflussen Bremsweg, Kurvenverhalten und Fahrstabilität unmittelbar. Schon kleine Nachlässigkeiten beim Wechsel oder bei der Kontrolle können sich im Alltag bemerkbar machen – etwa bei einer Vollbremsung auf nasser Fahrbahn oder in einer plötzlich unübersichtlichen Verkehrssituation.
Umso wichtiger ist es, den Reifenwechsel nicht im Schnelldurchgang zu erledigen. Wer genauer hinsieht, typische Fehler vermeidet und den Zustand der Reifen sorgfältig prüft, sorgt dafür, dass das Fahrzeug im Frühjahr nicht nur saisonal passend, sondern vor allem sicher unterwegs ist.
Diese 5 Fehler sollten Sie beim Reifenwechsel im April vermeiden
1. Der „O bis O“-Irrglaube: Der Kalender allein reicht nicht
Die Faustformel „von Oktober bis Ostern“ ist ein guter Merksatz, rechtlich aber nicht entscheidend. In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht: Bei Glätte, Schnee oder Schneematsch dürfen Sie nur mit passender Winterbereifung fahren. Gerade weil Ostern 2026 schon auf den 5. April fiel, sollten Sie den Wechsel nicht blind am Datum festmachen. Maßgeblich sind Wetterlage, Temperaturen und die Frage, ob noch Nachtfrost zu erwarten ist.
2. Die „1,6-mm-Falle“: Legal ist nicht automatisch sicher
Gesetzlich ist die Sache klar: 1,6 mm Profiltiefe sind das Minimum. Für sicheres Fahren bei Nässe ist das aber nur das absolute Minimum. Für Sommerreifen sind mindestens 3 Millimeter Profil als Sicherheitsreserve sinnvoll. Eine 1-Euro-Münze kann als grober Schnelltest helfen: Verschwindet der goldene Rand nicht mehr im Profil, wird es Zeit, genauer hinzusehen.
3. Reifen ohne Kennzeichnung einfach wieder montieren
Wer beim Einlagern nicht notiert, wo welcher Reifen montiert war, verliert schnell den Überblick. Das kann zu ungünstigem Verschleiß führen. Sinnvoll ist es, die Positionen mit Kreide zu markieren, etwa mit „VL“ für vorne links oder „HR“ für hinten rechts. Wichtig dabei: Nicht jeder Reifentausch ist beliebig möglich. Laufrichtungsgebundene Reifen dürfen nur in der vorgesehenen Rollrichtung montiert werden. Und wenn die Profiltiefe unterschiedlich ist, gehören die besseren Reifen aus Stabilitätsgründen auf die Hinterachse.
4. Radschrauben nach Gefühl festziehen
Beim Reifenwechsel zählt Präzision mehr als Muskelkraft. Wer Radschrauben nur „nach Gefühl“ anzieht, geht ein hohes Risiko ein. Zu fest angezogene Radschrauben können die Felge oder die Radschrauben selbst beschädigen; zu lockere Radschrauben sind lebensgefährlich. Deshalb sollten die Räder immer mit einem Drehmomentschlüssel und nach Herstellervorgabe montiert werden. Ob eine spätere Kontrolle nötig ist, hängt von Fahrzeug, Felge und Montage ab – hier sind die Hinweise des Herstellers oder der Werkstatt entscheidend.
Nicht vergessen: Prüfen Sie nach dem Reifenwechsel, ob der Hersteller oder die Werkstatt eine Kontrolle der Radschrauben nach einigen Kilometern empfiehlt.
5. Mit falschem Reifendruck in die Saison starten
Eingelagerte Reifen verlieren mit der Zeit Luft. Zu niedriger Druck verschlechtert das Handling, erhöht den Verschleiß und kann den Verbrauch steigern. Deshalb sollte der Reifendruck direkt nach dem Wechsel geprüft werden – idealerweise am kalten Reifen und nach Herstellervorgabe. Bitte denken Sie auch an Ihr Reserve- oder Notrad.
Fazit: Beim Reifenwechsel entscheiden die Details
Ein sicherer Reifenwechsel im April ist kein Hexenwerk, erfordert aber mehr als nur einen Wagenheber. Wenn Sie das Wetter im Blick behalten, das richtige Werkzeug nutzen und die Profiltiefe ernst nehmen, steht einer entspannten Fahrt in den Frühling nichts mehr im Weg.
P. S.: Nach dem Reifenwechsel fühlt sich das Auto oft spürbar anders an: Die Lenkung wirkt direkter, das Abrollgeräusch verändert sich, das Fahrgefühl ist insgesamt oft straffer. Doch wie reagiert Ihr Pkw mit den Sommerreifen in einer echten Notsituation? Wer das Fahrverhalten seines Autos in kritischen Momenten besser kennenlernen möchte, kann das in einem Fahrsicherheitstraining im ADAC Fahrsicherheitszentrum Berlin-Brandenburg besonders praxisnah erleben. An den Standorten Linthe, Oberkrämer oder Berlin-Tegel trainieren Sie unter fachkundiger Anleitung unter anderem richtiges Bremsen und kontrolliertes Ausweichen – also genau die Situationen, in denen es im Alltag auf Sicherheit und Routine ankommt.
Ausblick: Im nächsten Beitrag lesen Sie: Wohnmobil richtig beladen.