Interview

Junge Fahrer allein unterwegs

Stefanie Ruppe
Lesezeit: 5 Min.
Das Pkw Junge-Fahrer-Training ist für uns ein wichtiges Training, weil hier junge Menschen die Möglichkeit erhalten, ihr Fahrkönnen auszubauen und weitere Erfahrungen kurz nach der Fahrschule zu sammeln. Sehr häufig sehen wir, dass die jungen Fahrer mit einem Gutschein zu uns kommen, den sie von Eltern oder Großeltern geschenkt bekommen haben. Wir wollten einmal wissen, was genau Eltern und Großeltern dazu bewegt, einen Gutschein für ein Training zu schenken und haben mit einem Vater darüber gesprochen, der seiner Tochter das Training geschenkt hat.

Sven, Du hast Deiner Tochter Natalie zu ihrem 18. Geburtstag einen Gutschein für das ADAC Junge Fahrer-Training geschenkt. Was war für Dich der hauptsächliche Beweggrund?

Der Hauptgrund, wie wahrscheinlich bei allen Eltern, ist die unglaublich große Angst, dass dem Menschen, den man am meisten und vor allem bedingungslos liebt, etwas passieren könnte. Obwohl meine Tochter aus meiner Sicht ein sehr großes Talent zum Autofahren schon bei den ersten Fahrversuchen zeigte, und einen sehr sicheren Fahrstiel entwickelte, war es für mich wichtig, ihr mit diesem Fahrsicherheitstraining noch all die unvorhersehbaren Situationen im Straßenverkehr aufzuzeigen und ihr damit das richtige Entscheidungsverhalten von den Profis näher bringen zu lassen. Da ich selbst schon mal ein LKW- Fahrsicherheitstraining absolviert habe, weiß ich, wie sehr man das eigene Fahrverhalten nach so einem Training in bestimmten Situationen überdenkt und ändert.

Wie war denn die Reaktion auf den Gutschein, als Natalie ihr Geschenk ausgepackt hat?

Sie hat sich sehr drüber gefreut und hatte anfangs vor dem Training sehr großen Respekt. Als sie das Training dann sogar mit ihren Freundinnen zusammen absolvieren konnte, verschwand die anfängliche Angst und die Freude überwiegte.

Hat sie Dir nach dem Training davon erzählt? Also, war das Training denn so, wie Ihr Euch das vorgestellt habt, bzw. hat Natalie eine Übung besonders überrascht?

Sie rief uns unmittelbar nach dem Training an und berichtete uns, dass es ihr super viel Spaß bereitet hat und sie von Mal zu Mal sicherer wurde, da die Situationen mehrfach geübt wurden. Da die Übungen mit dem eigenen PKW durchgeführt wurden, erlernte sie schnell den sicheren Umgang mit ihrem Auto in überraschenden Situationen, die im alltäglichen Straßenverkehr vorkommen können. Besonders überrascht hat sie die Übung auf simuliertem Glatteis, wo sie durch die eingebaute Technik in der Fahrbahn ins Schleudern gebracht wurde. Am Ende des Tages war sie sehr glücklich, aber auch sehr geschafft. Sie sagte, dass sie froh darüber ist, daran teil genommen zu haben und es jedem Fahranfänger empfehlen würde.

Warum war Dir genau dieses Training so wichtig, Ihr hättet ja auch gemeinsam trainieren können, z. B. im Pkw-Intensiv-Training?

Da dieses Training genau auf das Fahrverhalten von Fahranfängern zugeschnitten ist und sie ohne unser Beisein viel entspannter in das Training gehen konnte, hielten wir dies für die beste Alternative. Außerdem hatte sie so die Gelegenheit, sich bei einem junge Fahrer- Training mit Teilnehmern gleichen Alters auszutauschen, was den Spaßfaktor erhöhte. Sie selbst sagte, dass ihr besonders gut daran gefiel, auf sich selbst gestellt gewesen zu sein, ohne mit elterlichen Ratschlägen überhäuft zu werden.

Und nach dem Training? Hat sich da an Natalies Fahrverhalten und für Dich etwas verändert?

Meine Tochter sagte mir, dass sie sich jetzt wesentlich sicherer fühlt und dies vor allem bei Regen und Glätte. Genau das gibt mir als Vater die Gewissheit und das beruhigende Gefühl, dass sich das eigene Kind - in dem heute immer mehr zunehmenden und teilweise auch aggressiver werdenden Straßenverkehr -sicherer bewegt.

Ich danke Dir, dass Du Dich bereit erklärt hast, Dich für unsere Fragen zur Verfügung zu stellen. Wir wünschen Dir und Deiner Tochter viel Freude am Autofahren und weiterhin eine unfallfreie Fahrt!

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